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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung

amerika. Mit diesem konnten zumindest hochherrschaftliche Kreise geradezu Verschwendung betreiben. Die neue Süße ermöglichte erst die Herstellung raffinierter Zucker-Bildnereien und Torten. Schließlich war Zucker ebenso Süßstoff wie Grundlage für Formgestaltungen von bislang ungeahnter Feinheit und Vielfalt. Zucker ließ sich blasen wie Glasschmelze und erschien weiß ebenso dekorativ wie eingefärbt. Mit Mandeln und Rosenwasser konnte man ihn zu einer so begehrten „Süßigkeit” wie Marzipan variieren. Zusammen mit einem Pflanzenleim ließ sich Tragant herstellen, ein Stoff, der ebenso formbar wie formstabil war. All dies bildetet die Voraussetzungen, um kalorienreiche Köstlichkeiten in hunderterlei Formen und Farben auf die fürstlichen Tafeln zu bringen: fein modelliert, dekoriert und zusammenmontiert zu üppigen Torten mit prunkvollen Zuckerornamenten und Aufsätzen. Einmal mehr zeigt sich, dass schon damals genussvolles Essen stark mit der Optik der Speisen verbunden war. Vor allem bei vornehmen Hochzeiten der Barockzeit bildetendieTortendensüßenAbschlussdesFestmahlsunderregtenstaunendeAufmerksamkeit.SeitEnde des 17. Jahrhunderts verstand man sich darauf, durch das Schaumigrühren von Eiweiß und Staubzucker eine spritzfähige Masse herzustellen, die mit Hilfe einer Spritztülle aufgetragen werden konnte. Seit jener Zeit wird auch auf den dunklen Schokoladenspritzguss zurückgegriffen. Bereits im 16. Jahrhundert war es Usus geworden, dass das Hochzeitspaar als erstes von dem zuckersüßen Prunkkuchen „seinem Gefallen nach etwas abgebrochen und von berührtem Zuckerwerk genossen” hat. 99 :: Hochzeitsfibel Steiermark ::

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