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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung - Tracht und Brauchtum

Tracht und Brauchtum Gute Wünsche werden dem Brautpaar gerne von ihren Lieben mit auf den Weg gegeben. Diese in Form von Sprüchen oder Gedichten vorgetragenen Glückwünsche sind vielfach Teil tradierter Bräuche, die über Generationen hinweg im Familienverband gepflegt und weitergegeben werden. Gerade die Hochzeit stellt – neben der Geburt und dem Tod – eine der wesentlichen Stationen im Leben eines Menschen dar. Sie wird von speziellen Bräuchen begleitet, die den Übergang von einer Stufe im Lebenslauf zur anderen erleichtern, und nach bestimmten Regeln vollzogen werden. Bräuche oder Rituale sind keine beliebigen, spontan ablaufenden Handlungen, sondern erfordern eine bestimmte Regelmäßigkeit und Wiederkehr, eine Brauch ausübende Gruppe, für die dieses Handeln eine Bedeutungerlangt,sowieeinendurchAnfangundEndegekennzeichnetenHandlungsablauf,dessenformale wie zeichenhafte Sprache der Trägergruppe bekannt sein muss. Trachtenhochzeiten bilden einen schönen Rahmen für eine Fülle bekannter Bräuche und Rituale rund um diesen einen besonderen Tag. Eingeleitet durch einen Polterabend wird das Brautpaar aus dem Jungesel- lInnen-Dasein in das der Ehe verabschiedet. Am Tag der Hochzeit sorgt in vielen Fällen ein Brautführer oder eine Brautführerin als ZeremonienmeisterIn für die Koordination der Hochzeitsgesellschaft. Diese Aufgabe gilt meist als „Ehrendienst” von Verwandten oder guten Freunden des Brautpaares. Auch Bräuche wie das „Braut aufwecken”, der Ehrenwalzer durch das Brautpaar, das Brautstehlen oder das Kranzlabnehmen (wenn die Tauf- oder Firmpatin im Beisein des Bräutigams und der beiden Elternpaare den Kopfschmuck vom Haupt der Braut nimmt und ihn der Brautmutter als Andenken an die Tochter übergibt) lenken die Aufmerksamkeit der Hochzeitsgesellschaft auf das Brautpaar, das im Mittelpunkt dieser „Über- gangsrituale”steht.AusEnglandüberliefertfindetsichauchinÖsterreichderTrend,amHochzeitstagetwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues in die Bekleidung zu integrieren, wobei das „Alte” für das bisherige Leben der Braut und das „Neue” für das beginnende Eheleben steht, das „Geliehene” Freundschaft und Glück und das „Blaue” Treue symbolisiert. Heiraten in Seidenbrokat und Tüllschürze – wie im Märchen Der Hochzeitstag besitzt in vielerlei Hinsicht eine besondere Symbolkraft, die sich u.a. in der Gewandung desBrautpaaresundderHochzeitsgesellschaftverdeutlicht.DasBewusstseinvonder„Einmaligkeit”dieses Festtages sowie das Wissen um dessen Kürze beflügeln die Menschen. Der Wunsch, diesen Tag in bester Erinnerung zu behalten und damit den Start für einen neuen Lebensweg zuritualisieren,bedeutetgleichsam,ihnvomAlltagvölligabzuheben.DasGefühlvonDauer,daseinEhepaar mitdemgegenseitigenBejahendesMiteinanderszumAusdruckbringenmöchte,verstärktsicheinmalmehr, wenn auch die Wahl der Kleidung mit dem Attribut der Beständigkeit und Dauerhaftigkeit verbunden wird. Dies trifft auf die Steirische Tracht als gewählte Bekleidung dieses Ehrentages vollständig zu. Sie ist au- Steirisches Heimatwerk – Volkskultur Steiermark 111 :: Hochzeitsfibel Steiermark ::

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