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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung - Ehe und Recht

Ehe und Recht Notariatskammer für Steiermark, www.notar.at EineEheschließungverändertinderRegeldengelebtenpartnerschaftlichenAlltagnichtsosehr,ordnetaber die rechtlichen Beziehungen zwischen den Partnern völlig neu. Beginnend bei wechselseitigen Beistands-, Treue- und Unterhaltspflichten bis hin zu erbrechtlichen Ansprüchen im Falle des Ablebens eines Eheteils hat der Gesetzgeber das Rechtsverhältnis Verheirateter detailliert geregelt. Demgegenüber sind konkrete Regelungen für die Lebensgemeinschaft kaum vorhanden. Im Beratungsalltag der Notarin oder des Notars sindregelmäßigFrageninBezugaufEheverträge,„Ehepakte”undPartnerschaftsverträgezubeantworten: Ab wann/welchem Vermögen ist der Abschluss einer solchen Vereinbarung möglich und sinnvoll? Was kann in einem solchen Vertrag alles geregelt werden? Ist das Gericht bei einem eventuellen Scheidungsverfahren an das vertraglich Vereinbarte gebunden? Standardisierte Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Jeder „Fall” hat seine Besonderheiten und es ist allen (künftigen) Eheleuten und Partnern zu empfehlen, idealerweise vor der Eheschließung, über diese Fragen zu diskutieren und individuellen Rat bei ihrer Notarin oder ihrem Notar einzuholen. Diese sind von Berufs wegen verpflichtet, bei der Beratung die Interessen aller Beteiligten abzuwägen und zu berück- sichtigen. Die Notarin, der Notar ist daher vor, während und – wenn es denn so kommen sollte – auch am Ende der Ehe der neutrale Experte für einen rechtlich einwandfreien Interessensausgleich der Partner. Darum prüfe, wer sich ewig bindet… Denn die Statistik spricht leider für sich, wonach der Bund für’s Leben im Schnitt nicht länger als zehn Jahre hält. Im Ehevertrag können – mit gewissen Einschränkungen – Regelungen getroffen werden, die die Scheidungsprozedur deutlich verkürzen und vor allem Nerven, Zeit und Geld sparen. Von Vorteil ist insbesondere, dass diese Vereinbarungen zu einem Zeitpunkt getroffen werden, zu dem die Partner noch von einer Trennungsursache unbeeinflusst und emotionsfrei entscheiden können. Die Erbfolge – Gesetz, Testament, Erbvertrag Während Lebensgefährten im Falle des Ablebens des Partners ohne gesonderte letztwillige Vorsorge (etwa durch Testament) rechtlich nicht abgesichert sind, schützt das Gesetz den überlebenden Ehegatten sehr wohl. Nach der gesetzlichen Erbfolge erben zunächst Ehegatten neben Nachkommen (Kinder und deren Nachkommen)desVerstorbeneneinDritteldesnachlasszugehörigenVermögens,währendaufdieNachkom- men eine Erbquote von zwei Dritteln entfällt. Gibt es keine Nachkommen des Verstorbenen, erben neben einem Ehegatten (zwei Drittel) auch die Eltern (ein Drittel) und deren Nachkommen (Geschwister) bzw. allenfalls auch noch die Großeltern. Nur wenn es neben dem Ehegatten keine solchen nahen Verwandten gibt, erbt der Ehegatte alles. Die gesetzliche Erbfolge entspricht aber selten dem Willen des Verstorbenen, weshalb vielfach letztwillige Anordnungen getroffen werden. Ein Testament ändert die gesetzlich angeordnete Erbfolge. Dabei wird nach dem tatsächlichen Willen des Verstorbenen nicht nur genau bestimmt wer erben soll, es kann auch die Vermögensaufteilung angeordnet werden. Klare Anweisungen des Erblassers erleichtern diese. Das ge- setzlichePflichtteilsrechtfürEhegattenundNachkommen(mangelsNachkommenauchfürEltern),wonach :: 36 :: Hochzeitsfibel Steiermark

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