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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung - Die Altkatholische Ehesegnung

Die Altkatholische Ehesegnung Kurat Mag. Franz Handler, Pfarrer der Altkatholischen Kirchengemeinde Graz Einleitend zu dieser Thematik erlaube ich mir, als verheirateter Altkatholischer Geistlicher, persönliche Anmerkungen über die Ehe im Allgemeinen und deren sakramentale Bedeutung zu machen. Ehe als Prozess Alle Veränderungen und Entwicklungen eines heute längeren Lebens sparen auch die Beziehung zweier Menschen zueinander nicht aus; auch sie wird sich entwickeln und reifer werden müssen, wenn sie halten soll; sie wird, weil länger dauernd, von mehr Krisen beunruhigt und erschüttert werden; sie wird ins Stocken kommen und wieder in Gang gebracht werden, stehen bleiben, wie eine Uhr, oder oft sogar zerbrechen. Die Scheidungsstatistik belegt das höhere Risiko einer Ehe. Auch die Ehe im Glauben gesehen, das Sakrament also, das ja mit und in den Menschen etwas bewirkt, muss mit unserer Zeitlichkeit, Geschichtlichkeit, zusammengesehen werden. Das Sakrament, das unser innerstes Lebenbetrifft,kannnichtsStillstehendessein.Dasheißt:dasSakramentistnichtmitderkirchlichenTrauung fertig gegeben; es wird erst realisiert im Leben und Tun des Alltags, dem der Glaube in allem einen tieferen Sinn gibt. So zeigen die Bilder für die Ehe als Prozess wie auch das bedenken der Ehe als Sakrament, dass die Lebensform Ehe mich auf eine besondere Weise in die verfließende Zeit eintaucht und mich zwingt, darauf zu reagieren: ich spüre die Zeit ganz konkret in dem Hin und Her, dem Austausch zwischen mir und dem Partner, der mich und ihn verändert; es handelt sich um einen Austausch im Miteinander reden, im zärtlichen und sexuellen Miteinander, in gemeinsamer Arbeit und gemeinsamen Vergnügen, im Miteinan- der schweigen, in gemeinsamer Sorge und Freude, im Gegen- und Miteinander von Zorn und Streit. Dieser veränderte unausgesetzte Prozess des Gebens und Nehmens auf allen Ebenen des Lebens, der in seinen „Sekunden” unmittelbar gespürt wird, so wie der Sekundenzeiger der Uhr in seiner Bewegung gesehen werden kann, schwingt in einem sehr langsamen, aber ebenso unausgesetzten Rhythmus, in Jahreszeiten der Ehe, deren Wechsel man nach und nach staunend oder erschreckt begreift. Dieser Rhythmus hat wie das körperliche Wachsen und Vergehen seine eigene Dynamik. Ehe als Sakrament, das bedeutet vor allem, die Ehe auf Sterben und Auferstehen Jesu zu beziehen – was allerdings nur im Glauben möglich ist. Sterben und Auferstehen Jesu, in das Zusammenleben der Partner übersetzt, das heißt Umkehr und Wandlung des eigenen Lebens, Umkehr und Wandlung des Partners er- fahren und annehmen; es heißt in der Arbeit füreinander als auch im erotischen und sexuellen Bereich den eigenen Leib und das eigene Leben geben, hingeben, und den Leib und das Leben des Partners annehmen. DieEheaufTodundAuferstehungJesubeziehenheißtnichtzuletzt:durchdasSterbendurchgehen,dassich in der vielfachen Not des Getrenntseins, des Einander-nicht-Verstehens, schließlich sogar des Zerbrechens einer Ehe zeigt. Dieses Durchgehen durch das Sterben glaubend – also mit Jesus mitgehend – erfahren, würde bedeuten, dass man auch im Scheitern einer Ehe nicht vor dem Nichts stehen muss, sondern Gott begegnen kann, der in den Tod und ins Leben hineinführt, der zerbricht und neu aufbaut. 61 :: Hochzeitsfibel Steiermark ::

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