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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung - Einige Aspekte in der Orthodoxen Kirche

Einige Aspekte in der Orthodoxen Kirche Sinn und Bedeutung der Ehe Die Ehe hat in der Orthodoxen Kirche einen besonderen Platz im sakramentalen Leben. Das Ereignis der Feier der Eheschließung, oder in der Sprache der Schultheologie die Spendung des Sakraments der Ehe, stellt einen wichtigen Moment des Lebens der Eheleute, ihrer Familien, ihrer Verwandten und Freunde und der Ortskirche selbst dar. Das Fest der Eheschließung bekommt einen feierlichen Charakter, es wird tatsächlich Quelle einer tiefen Freude. Aus diesen Gründen hat die Ehe in der Orthodoxen Kirche einen sehr hohenStellenwertundsiewirdnachwievor alszeitgemäßgeschätzt,ohnenatürlichzubehaupten, dass keine Relativierungstendenzen Platz greifen, wie überall in der westlichen Welt. Die Ehe wird demnach in der Orthodoxen Kirche als Mysterion oder in der westlichen Sprache der Schultheologie als Sakrament verstanden und charakterisiert. Die Ehe ist eine Lebensgemeinschaft von zwei Personen, des Mannes und der Frau, fundiert auf dem Prinzip der uneingeschränkten und uneigennützigen Liebe. Die Logik der Ratio ist beschränkt, während die Logik der Liebe und des Her- zens Grenzen überschreitet, weil sie einen weiten Horizont hat, der nicht juridisch bestimmbar und einschränkbar ist. So stellt die Ehegemeinschaft dieser zwei liebenden Personen, die durch die göttliche Gnade im sa- kramentalen Vollzug, durch Segnung durch den Liturgen – nicht durch die Brautleute selbst – eine bestmögliche, innigste Einheit dar, denn die zwei werden zu „einem Fleisch” (Mt 19,5). All das ist die konsequente Verwirklichung des Willens Gottes: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei” (Gen 2,18.). Der Zweck der Ehe Viele versuchen den Zweck der Ehe als Ort der Fortpflanzung der Menschen, der Erziehung der Kinder, fürdieErhaltungderZahlderStaatsangehörigeneinesLandes,alsErhaltungderArbeitskapazitätenund der Pensionen, als Ort der bloßen Befriedigung und des Löschens der sexuellen Begierde, als Vertrag zweier Partner bzw. Familien für finanzielle Angelegenheiten zu sehen. Grundsätzlich muss von orthodoxer Seite gesagt werden, dass die Ehe einen sakralen Raum der zwei Menschen, des Mannes und der Frau, bildet, den niemand sonst betreten oder verletzen darf. Demnach ist der erste und wichtigste Grund der Ehe die Tatsache, dass sie „das Mysterium der zwei” darstellt als Gemeinschaft zweier liebenden Personen, die jedoch von der allgemeinen Gemeinschaft nicht isoliert werden. Die Liebe ist demnach gut, nicht, weil sie Leben schenkt, sondern weil sie gut ist, schenkt sie Leben. Die Orthodoxe Kirche hat also niemals die Kinderzeugung als einen Selbstzweck betrachtet. Eine deutlicheDifferenzierungzwischenSexualitätundFruchtbarkeitbzw.Kinderzeugungwirdinnerhalbder Kirche gemacht. Die bereits vor der Eheschließung bekannte Unfruchtbarkeit stellt kein kirchenrecht- liches Hindernis für eine kirchliche Eheschließung dar. Im Gegenteil sind die sexuelle Impotenz und die Perversion des Geschlechtes Ehehindernisse, wenn sie vor der Ehe bekannt sind und Scheidungsgrund, wennsienachderEheschließungbekanntwerden.DiepositiveStellungderKirchegegenüberderSexua- lität – auch unabhängig von der Fruchtbarkeit – ist damit, trotz der Existenz von manchen gegenteiligen Stimmen, eindeutig klar. Denn Liebe und Eros sind Gaben Gottes und für das Zustandekommen einer Univ.-Prof. Dr. Grigorios Larentzakis, Institut für Ökumenische Theologie, Ostkirchliche Orthodoxie und Patrologie :: 64 :: Hochzeitsfibel Steiermark

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