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Hochzeitsfibel Steiermark - Vom Aufgebot bis zur Zeremonienplanung - Die Unauflöslichkeit der Ehe, Ehescheidung und Wiederverheiratung

glücklichen Ehe unentbehrlich. Auch synodale Entscheidungen aus der Frühkirche haben beschlossen, dass alle diejenigen, die die ehelichen Sexualbeziehungen und überhaupt die Ehe missachten bzw. herabsetzen, exkommuniziert werden sollen. Durch das Sakrament der Ehe wird das ganze eheliche Leben der Ehepartner bzw. die Familie geheiligt, die eine der wichtigsten Zellen für die Gesellschaft darstellt. Die Unauflöslichkeit der Ehe GeradedieseGemeinschaftmiteinemsolchenSinnkannkeinenprovisorischenCharakterhaben,sondernsie ist eine Gemeinschaft für das ganze Leben der Ehepartner; ja der Tod selbst kann diese innere Bindung nicht auflösen.DahermussdiegrundsätzlicheundprinzipielleUnauflöslichkeitderEhesehrernstgenommenwer- den und als eine dringende Aufgabe nicht nur von den Eheleuten selbst, sondern auch von der Gesellschaft überhaupt und deren Verantwortlichen betrachtet werden. Das biblische Fundament der Unauflöslichkeit der Ehe in der Feststellung Jesu: „Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen” (Matth 19,6; Mk 10,9), sind ernst zu nehmen. Die Worte des Herrn wurden nicht nur als eine einfache Empfehlung aus- gesprochen. Auch die erste Gemeinde hatte die Worte des Herrn im strengen Sinne verstanden. Die Kirche hat aber nie das Evangelium als ein System von gesetzlichen Rezepten und Verpflichtungen betrachtet. Ehescheidung und Wiederverheiratung Zwar stellt das Gebot Jesu zur dauerhaften Bindung zwischen Mann und Frau für alle Eheleute einen idealen Zustanddar–niemandzweifeltdaran–,kannaber,genausowiejedesandereGebot,u.a.auchaufgrundder Unvollkommenheit des Menschen, die Übertretung und die Sünde, ja sogar die Todsünde und schließlich auch das Scheitern einer Ehe nicht ausschließen. Wo die ideale Situation der Hingebung und der uneigen- nützigen Liebe nicht mehr vorhanden ist, wird die Gemeinschaft zwischen den Partnern erschüttert. Das führtzurSituation,dassdieabsolutehingebendeundaufopferndeLiebezurGleichgültigkeitgegenüberdem Partner, ja manchmal auch zum Hass verwandelt wird. So wird das vorbildhafte, sakramentale Verhältnis zwischen Christus und der Kirche, zwischen dem Bräutigam und der Braut nicht mehr seine Vergegenwär- tigung in der Ehe haben. Daher gibt es nicht nur den natürlichen Tod, der die Ehe erschüttert, sondern auch den moralischen. D.h. die Orthodoxe Kirche kennt auch eine Ehescheidung aus mehreren Gründen, mit der Möglichkeit danach für eine Wiederverheiratungdurch kirchliche Eheschließung mit sakramentalem Charakter bis zu drei Mal. Es ist bekannt, dass diese Praxis auch in der Frühkirche zugunsten der Menschen festzustellen ist. Das bedeutet also bis heute in der Orthodoxen Kirche, dass ein nach dem orthodoxen Kirchenrecht „legitim” Geschiedener wieder sakramental-kirchlich heiratsfähig ist: a) Wiederherstellung der Ehe von geschiedenen Eheleuten und b) Zweite und dritte Eheschließung. Aus gegebenem Anlass muss hier festgestellt werden, dass auch diese zweite und dritte kirchliche Ehe- schließung als Anteilnahme am Mysterium Christi und der Kirche, genauso wie die Erste Ehe Sakrament sind. Natürlich stellt die erste bzw. einzige Eheschließung einen „Idealzustand” dar. Aber wenn die Kirche Nachsicht übt (Oikonomia) auch für die Schwächeren bzw. die schuldlos Gescheiterten, und das tut sie mit der Erlaubnis der zweiten und dritten Eheschließung, dann gibt sie eben diesen reumütigen Gläubigen die neue Möglichkeit, an der göttlichen Gnade durch das Sakrament der Ehe teilzuhaben, wenn auch mit weniger Glanz im Ritus und später, nach einer gewissen Bußzeit, auch am Sakrament der hl. Eucharistie durch den Empfang der hl. Kommunion teilzunehmen. Die Sünde wird von der Kirche immer bekämpft und verurteilt, der Sünder jedoch immer barmherzig und hilfsbereit behandelt, weil Gott selbst allen Sündern 65 :: Hochzeitsfibel Steiermark ::

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